2009 Geestland-Brutto Gusto Fine Arts  

Die Galerie Brutto Gusto freut sich über die zweiten Einzelausstellung von Jan Koen Lomans in Berlin von 1. Mai – 25. Juni 2009

Jan Koen Lomans zeichnet unermüdlich, auf den verschiedensten Formaten Blumenmotive nach dem Abbild echter, meist getrockneter Blumen.
Gezeichnet von feinen spitzen Strichen so wie die Falten eines Gesichts, sieht die Blume, aus der allmählich das Wasser sowie das Leben weichen, ihre Schönheit und die Ausstrahlung ihrer Farben durch einen expressionistischen Filter, der das Relief des Stoffes betont und Rundungen und Farben nimmt, um eine Vision des Todes zu offenbaren.
Schwarz und Weiß dominieren bis hierhin diese mysteriösen Eitelkeiten, als gäbe es keinen Zwischenzustand.
Die Nutzung der abgeschabten Kohle – des verbrannten Holzes, scheint durch diese Anschauungsweise wie eine Hommage, angelehnt an den Kreislauf des Lebens.
Seien seine Zeichnungen vorherrschend dunkel oder hell, realisiert er, als ein wirklicher Zeichner die optischen Merkmale seines Mediums und seiner Unterlage.
Mit der ganzen Sinnlichkeit eines dunklen Staubes angewandt auf ein ausgebeultes Papier, vernebelt Lomans die Abbildung und den Raum indem er mysteriös Kontraste kreiert.
Auch die Realisierung der sauberen Gravuren in seinen von der Form her Tapetenähnlichen Kompositionen besitzt diesen fein gemeißelten Strich.

Die Serie Verkündung drückt besonders gut diesen spirituellen, hintergründigen fast geisterhaften Charakter aus.
Die aufeinanderfolgenden Schichten von Kohle formen, bedecken und offenbaren die subtilen Verzierungen, die so schwebend wie Erscheinungen wirken.
Der vom Künstler gewählte Name ist ein Augenzwinkern bezogen auf die Bedeutung der Blumen in der traditionellen Ikonografie.
Es kann sich hierbei indes um die Verkörperung eines magischen und unwirklichen Moments in der Schwebe handeln: Jener Trance, hervorgerufen von der intensiven Beobachtung und Blendung, welche den Augenblick des Zugangs zur Erkenntnis veranschaulichen könnte.
Das Blumenregister überschreitend, enthüllen die Formen, der Rundungen und der Verschnörkelungen, eines Lebewesens auf halbem Weg zwischen Leben und Tod, zwischen Erde und Himmel, des Kommen und Gehens.

Mathieu Lelievre 2009